Rodeln

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Sicher denkst du bei dieser Sportart an tief verschneite Wiesen oder Wege, auf denen du mit Freunden mit einer Rodel hinuntersaust.

Rodeln ist aber auch eine Wettkampfsportart, die entweder auf Naturrodelbahnen - das sind meistens kurvenreiche Forststraßen - oder Kunstbahnen ausgeübt wird.

Nicht nur im Winter kann gerodelt werden. Im Sommer gibt es für dieses Vergnügen so genannte Sommerrodelbahnen. Die Rodeln laufen dabei nicht auf Kufen, sondern auf Rollen.

Rodeln - Roland Zumbühl (Picswiss), Arlesheim (Commons:Picswiss project) commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Geschichte

Schon seit sehr langer Zeit wurden die verschiedensten Arten von Schlitten verwendet, um schwere Lasten zu transportieren. Sogar im alten Ägypten leisteten sie gute Dienste beim Bau der Pyramiden.

Auch in Europa fanden die unterschiedlichsten Schlitten Verwendung. Im Mittelalter waren die ersten Schlitten in Norwegen und im Erzgebirge (zwischen Deutschland und Tschechien) zu finden.

In den nördlichen Gebieten der Erde - zum Beispiel in Alaska - wurden ebenfalls Schlitten für den Transport eingesetzt. Diese wurden aber bereits vor etwa 4000 Jahren von Hunden gezogen. Richtig berühmt wurden die Hundeschlitten allerdings erst Ende des 18. Jahrhunderts, als in Alaska der so genannte Goldrausch einsetzte.

Den Schlitten oder die Rodel als Sportgerät gibt es erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Rodeln wurde ein eigenständiger Sport in Form von Rennrodeln. Das erste offizielle Rennen fand jedoch erst im Jahr 1883 in Davos statt. Schließlich wurde diese Sportart 1964 in die olympischen Disziplinen aufgenommen.

Schlitten in Finnland um das Jahr 1910 - The Casas-Rodríguez Postcard Collection www.flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0


Ausrüstung

Wenn du nur zum Freizeitvergnügen rodeln möchtest, benötigst du außer einer Rodel und dem geeigneten Gelände nur noch warme, möglichst wasserfeste Kleidung. Handschuhe, Stiefel, Haube und Schal sind ebenfalls zu empfehlen. Beim Tragen des Schals musst du nur darauf achten, dass er gut um den Hals gewickelt ist und nirgends heraushängt. Du könntest damit sonst an einem Ast oder ähnlichem hängen bleiben und dich ernsthaft verletzen. Ein Helm kann deinen Kopf bei Stürzen vor schweren Verletzungen schützen.

Beim Rennrodeln sieht das ein wenig anders aus. Die Sportler sitzen nicht auf großen, hohen Holzrodeln, sondern haben kleine, niedrige, wendige Sportgeräte, auf denen sie liegend fahren. Der Schlitten ist dadurch fast nicht mehr sichtbar. Der Sportler bildet mit seinem Sportgerät eine Einheit.

Die Rennschlitten müssen 15 cm hoch und höchstens 55 cm breit sein. Die maximale Länge dieser Rodel beträt 135 cm.

Die Kleidung der Rennfahrer besteht aus einem engen Anzug aus Kunstfasern. Dieser Anzug hilft den Sportlern, möglichst wenig Luftwiderstand zu haben und dadurch schneller fahren zu können. Außerdem tragen sie einen speziell geformten Helm und Handschuhe mit Spikes an den Fingern, die beim Start helfen. Zusätzlich dürfen Rodler Bleiwesten anziehen um durch das höhere Gewicht schneller zu sein. Für Frauen darf dieses Zusatzgewicht maximal 10 kg und für Männer 13 kg betragen.

Rodel - foturo pixabay.com, CC0 1.0


Wo wird gerodelt

Für das Freizeitrodeln eigen sich verschiedene verschneite Rodelhügel. Hier ist das reine Rodelvergnügen allerdings immer nur von kurzer Dauer. Der Spaß, den du dabei aber haben kannst, ist im Wettlauf mit deinen Freunden den Hügel hoch zu laufen, oder zu sehen, wessen Rodel am Weitesten fährt.

Wenn du eine längere Strecke rodeln möchtest, kannst du auf dafür vorgesehenen Wegen rodeln.

Rennrodeln findet entweder im Eiskanal oder auf so genannten Naturbahnen statt. So eine Naturrodelbahn ist entweder eine Forststraße oder eine dafür vorgesehene Bergstraße. Natürlich muss die Bahn entsprechend gesichert werden, damit sich die Rodler, sollten sie stürzen, nicht so zu schwer verletzen.

Rodelhügel - cs:ŠJů commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Rennsport

Beim Sportrodeln geht es darum, die vorgegebene Rennstrecke in der schnellst möglichen Zeit zu bewältigen. Die Fahrer beschleunigen beim Start ihren Schlitten mit den Händen und sausen die Rennstrecke bis ins Ziel.

Gelenkt wird auf den Kunstbahnen durch Verlagerung des Körpergewichtes und auf der Naturrodelbahn zusätzlich mit Hilfe der Beine, Arme und Hände. Durch jedes Lenkmanöver verliert der Schlitten jedoch an Geschwindigkeit. Das bedeutet, dass es die Kunst des Fahrers ist, den Schlitten so wenig wie möglich zu lenken um damit Zeit zu sparen und trotzdem heil ins Ziel zu gelangen. Der Schlitten kann hier - je nach Strecke - eine Geschwindigkeit von etwa 120 km/h erreichen. Das ist fast so viel, wie auf den österreichischen Autobahnen gefahren werden darf.

Die Rennen werden in drei verschiedenen Disziplinen veranstaltet - als Einsitzer, im Doppelsitzer (hier sitzen zwei Fahrer auf einer Rodel) und im Mannschaftsbewerb. Bei den Mannschaftsbewerben werden die Einzelzeiten aller Fahrer, die zu einer Mannschaft gehören, zusammengezählt. Die schnellste Mannschaft gewinnt. Gefahren wird in mehreren Durchgängen. Die einzelnen Zeiten werden zusammengezählt. Wer am Schluss am schnellsten war, hat gewonnen.

Zwei erfolgreiche österreichische Rennrodler waren übrigens Markus Prock und Angelika Neuner. Markus Prock ist übrigens der Onkel und Manager unseres berühmten Schispringers Gregor Schlierenzauer.

Rodler auf einer Naturbahn - Christian Jansky commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0
Rodlerin auf einer Kunsteisbahn - Kevin Pedraja from Seattle, USA commons.wikimedia.org, CC BY 2.0
Rodeln im Doppelsitzer auf einer Naturbahn - Christian Jansky commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


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