Schwein

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Hast du schon einmal ein Schwein in freier Natur gesehen? Es gibt sie nicht nur auf Bauernhöfen. Fast überall auf der ganzen Welt leben Schweine.

Die uns bekanntesten Schweine sind unsere Hausschweine, die es in vielen unterschiedlichen Rassen gibt. Sie zählen zu den wichtigsten Fleischlieferanten.

In der freien Natur sind aber auch noch andere Arten von Schweinen zu finden. Eine dieser Arten ist das Wildschwein, das in Wien zum Beispiel im Lainzer Tiergarten frei herumläuft.

Schweine zählen übrigens schon seit sehr langer Zeit zu den Haustieren des Menschen. Bereits die Steinzeitmenschen in Ostasien zähmten Wildschweine. In Europa zählen Schweine seit etwa 8 000 (achttausend) vor Christus zu den Haustieren.

Wildschwein mit Frischlingen - Dave Pape commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Aussehen

Schweine haben einen großen, kegelförmigen Kopf und einen beweglichen Rüssel. Die Nasenöffnungen sitzen vorne am Rüssel. Ihre Augen sind klein und befinden sich hoch oben am Kopf. Die Ohren der Hausschweine laufen spitz zu und hängen oftmals über die Augen.

Schweine haben einen kurzen Hals und kurze, stämmige Beine. Bei manchen Rassen ist der Schwanz geringelt. Andere Rassen haben einen eher geraden Schwanz. Manchmal befindet sich am Schwanzende eine so genannte Quaste aus starken Borsten.

Die meisten Hausschweinrassen haben kein Fell, sondern nur einige Borsten auf ihrem Körper, sodass die Färbung ihrer Haut durchscheint. Die wohl bekanntesten Hausschweinarten haben eine rosa gefärbte Haut. Es gibt aber auch Rassen, die dunkle Flecken haben, oder sogar am ganzen Körper braun oder schwarz gefärbt sind.

Hausschweine können ein Gewicht von etwa 130 kg erreichen. Die Wildschweine können sogar bis zu 300 kg wiegen!

Hausschwein mit Ferkel - David Mark (tpsdave) pixabay.com, CC0 1.0


Arten

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Gattungen an Schweinen: Flussschweine, Wildschweine, Warzenschweine, Riesenwaldschweine und Hirscheber.

Riesenwaldschweine sind im westlichen und mittleren Afrika beheimatet. Sie sind die größten Vertreter der echten Schweine. Diese Gattung kann über 2 Meter lang werden und eine Höhe von 110 cm erreichen.

Warzenschweine leben ebenfalls in Afrika. Sie haben im Vergleich zu ihrem Körper einen riesigen Kopf auf dem sich sechs Paar Warzen befinden. Den Warzen verdankt diese Gattung ihren Namen.

Hirscheber gibt es nur auf der indonesischen Insel Sulawesi und einigen davor gelagerten kleineren Inseln. Das Hauptmerkmal dieser Gattung sind die zusätzlichen Stoßzähne, die oben aus dem Rüssel wachsen.

Flussschweine, oder auch Pinselohrschweine genannt, haben ein auffällig rotes Fell, einen weißen Rückenstreifen und haarige, weiße Ohrbüschel, denen sie ihren Namen verdanken. Sie leben ebenfalls in weiten Teilen Afrikas.

Wildschweine gibt es in etwa 10 verschiedenen Arten. Eine Unterart des Wildschweins ist unser Hausschwein. Die in unseren Breiten bekannteste Wildschweinart hat ein dichtes dunkles Fell und kleine Ohren. Wildschweine werden im deutschsprachigen Raum unter dem Begriff Schwarzwild zusammengefasst.

Hirscheber - Masteraah at German Wikipedia commons.wikimedia.org, CC BY-SA 2.0 DE
Warzenschwein - Ltshears - Trisha M Shears commons.wikimedia.org, CC0 1.0
Pinselohrschwein - Rufus46 commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Lebensraum

Unsere Hausschweine stammen ursprünglich vom europäisch-asiatischen Wildschwein ab, das immer noch beinahe auf der ganzen Welt zu finden ist. Der bevorzugte Lebensraum von Wildschweinen ist der Laub- und Mischwald.

Wichtig für Schweine ist, dass sie auch genügend Wasser und Schlammlöcher finden. Eine der Lieblingsbeschäftigungen von Schweinen ist es nämlich, sich im Schlamm zu suhlen (herumzuwälzen). Das machen sie aber nicht deshalb, damit sie ordentlich schmutzig werden, sondern diese Schlammbäder helfen ihnen, das Ungeziefer, das sich im Fell festgesetzt hat, los zu werden. Dieses verfängt sich im feuchten Schlamm und wird dann, sobald der Schlamm getrocknet ist, einfach abgerieben. Du siehst also – Schweine legen Wert auf Körperpflege.

Schweine, die als Nutztiere gehalten werden, leben meistens in Ställen. Sie haben – wenn überhaupt – nur selten das Vergnügen, sich ordentlich im Schlamm wälzen zu können. Oft können nur die Schweine, die auf einem Biobauernhof leben, das Leben im Freien genießen.

Schwäbisch-Hällisches Landschwein - Flominator commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Hausschweinealltag

Das weibliche Schwein heißt Sau, das männliche Schwein Eber und die Jungen, wenn sie neu geboren sind, werden Ferkel genannt. Solange die Ferkel noch gesäugt werden, ist ihre Bezeichnung auch Spanferkel. Wiegen die Kleinen zwischen fünf und fünfundzwanzig Kilogramm, heißen sie Läufer.

Schweine bevorzugen es, im Rudel zu leben. Sie sind sehr gesellige Tiere.

Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind, die Erde nach Nahrung zu durchwühlen und sich im Schlamm zu suhlen.

Ferkel, die gesäugt werden - Unsplash pixabay.com, CC0 1.0


Haltung

Die richtige Haltung von Schweinen sollte ihren Bedürfnissen angepasst sein. Sie leben gerne in Gesellschaft ihrer Artgenossen und lieben es, im der Erde nach Nahrung zu wühlen. Schweine sind Allesfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen Wurzeln, Knollen, Kastanien, Eicheln, Äpfel, Kürbisse, verschiedenes Gemüse, Würmer und Insekten.

Leider wird jedoch meistens in der Haltung von Schweinen keine Rücksicht auf ihren natürlichen Lebensraum genommen. Schweine werden in kleinen Ställen, oft ohne Auslauf, gehalten. Damit sie schneller wachsen, bekommen sie ausschließlich Kraftfutter zu fressen.

Der enge Lebensraum im Stall erzeugt bei vielen Schweinen Stress. Es kommt zu verschiedenen Krankheiten und Verhaltensstörungen. Die Schweine knabbern sich gegenseitig an den Ohren und Schwänzen.

Mittlerweile gibt es aber auch einige Bauernhöfe, auf denen Schweine so leben können, wie es ihrem natürlichen Lebensraum entspricht. Sie haben die Möglichkeit im Rudel zu leben, sich ihre Nahrung zu „erwühlen“ und sich im Schlamm nach Lust und Laune zu suhlen.

Biobauern müssen ihre Schweine übrigens artgerecht halten. Andernfalls dürften sie sich nicht als Biobauern bezeichnen.

Hängebauchschwein - Joshua Lutz commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Ferkel

Bereits im zarten Alter von neun Monaten können sich Schweine fortpflanzen. Die Tragzeit beträgt nicht ganz 4 Monate (112 bis 114 Tage). Nach dieser Zeit kommen meist 6 bis 8 Ferkel zur Welt.

Schon kurz nach der Geburt können sie herumlaufen, sehen und hören. Weil sie ihr „Nest“ so schnell verlassen können, werden sie als „Nestflüchter“ bezeichnet. Das Gegenteil davon sind so genannte Nesthocker, zu denen zum Beispiel Hunde und Katzen zählen. Diese sind nach der Geburt noch einige Tage blind und taub.

Nach wenigen Wochen werden die kleinen Ferkel entwöhnt – das bedeutet, sie werden von ihrer Mutter nicht mehr gesäugt – und gehen selbstständig auf Nahrungssuche.

Hausschweine können bis zu zwölf Jahre alt werden. Die meisten dieser Schweine werden jedoch nur etwa sechs Monate alt, da sie dann bereits ein Gewicht von 100 kg auf die Waage bringen und geschlachtet werden.

Wildschweine erreichen übrigens ein Alter von bis zu zwanzig Jahren.

Junge Ferkel - David Mark (tpsdave) pixabay.com, CC0 1.0


Üble Nachrede

Von Schweinen wird immer wieder behauptet, dass sie dreckig und dumm seinen. Das stimmt jedoch nicht. Haben Schweine genügend Platz zur Verfügung, benutzen sie nur eine kleine Ecke ihres Stalls als „Klo“. Sie mögen es nicht besonders gerne, wenn sie in ihrem eigenen Dreck liegen müssen.

Das Suhlen im Schlamm dient ihrer Körperpflege. Damit können sie lästiges Ungeziefer, das sich festgesetzt hat, loswerden.

Neueste Untersuchungen zeigen, dass Schweine auch ziemlich intelligent sind. In verschiedenen Versuchen gelang es zu zeigen, dass ihre Intelligenz mit der von Menschenaffen vergleichbar ist.

Hat sich da wer im Schlamm gesuhlt? - Sabine (Rasterlocke) pixabay.com, CC0 1.0


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